Am 1. Oktober 2018 ist die »Mittelstand 4.0-Agentur Cloud« in den Kompetenzzentren Stuttgart und Lingen aufgegangen. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Multiplikatoren erhalten so regionale Anlaufstellen zu Cloud Computing, Smart Services und Smart Products.

Mit der Initiative Mittelstand-Digital unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereits seit 2012 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung. Das über drei Jahre eigenständig geführte Querschnittsthema Cloud Computing wird nun in die regionalen Angebote der Kompetenzzentren integriert, um den Bedürfnissen der ansässigen Zielgruppen noch besser gerecht zu werden.

Die »Mittelstand 4.0-Agentur Cloud« vermittelt seit Oktober 2015 bundesweit die praktische Bedeutung von Cloud-Services. Für den Wissenstransfer und einen vertrauenswürdigen Zugang zum Thema wurde bereits ein vielfältiges Informationsangebot vorwiegend für Multiplikatoren, aber auch für KMU entwickelt: Die Begleitung und Dokumentation von Umsetzungen in der Praxis liefert Rezepte aus erster Hand, wie der Einstieg in Cloud-Anwendungen gelingt. Leitfäden, Checklisten und Erklärvideos beantworten umfassend konkrete Fragestellungen und liefern Praxiswissen zu aktuellen Themenbereichen. In zahlreichen bundesweiten Veranstaltungen wurden Multiplikatoren wie Kammern, Verbände und Kompetenzzentren zu Fürsprechern von Cloud Computing gemacht. Sie erhielten von der Agentur Training, um mithilfe speziell konzipierter Veranstaltungskonzepte Wissen nachhaltig an die Unternehmen heranzutragen. Zudem wurde mit der Prozesslandkarte eine Informationsplattform geschaffen, um Unternehmensanforderungen zu konkretisieren und bei strategischen Entscheidungen für Cloud-Anwendungen zu unterstützen.

Ab Oktober 2018 werden diese kostenfreien Angebote in die Leistungen der regionalen Standorte der Kompetenzzentren Stuttgart und Lingen integriert und für die dort ansässigen KMU weiter ausgebaut. Auch Multiplikatoren werden weiterhin aktiv bei Cloud-Fragen unterstützt.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart unter der Leitung von Jörg Castor, Wissenschaftler am Fraunhofer IAO, bietet zwei Anlaufstellen in Stuttgart und Karlsruhe und zeigt dort, wie digitale Anwendungen im Wertschöpfungsprozess effektiv Mehrwerte erzeugen. Unterstützt wird die Digitalisierung von Unternehmensprozessen, Produkten und Services in unterschiedlichen Reifegraden in den Themen Produktion, Mobilität, Gebäude und Gesundheitswesen sowie in den Querschnittsthemen Geschäftsmodellentwicklung und IT-Sicherheit. Außerdem wird Hilfestellung zu technischen und anwendungsbezogenen Aspekten und Fragen der Organisation gegeben. Unternehmen werden so Schritt für Schritt vom Konzept zur Realisierung begleitet. Jörg Castor begrüßt die Erweiterung des Angebots: »Viele Unternehmen, die an uns herantreten, überlegen sich, Cloud-Anwendungen einzuführen. Die tatsächliche Durchführung lässt aber noch viele Fragen offen – unter anderem zu IT-Sicherheit oder Datenschutz. Künftig werden wir noch besser in der Lage sein, diesen Fragestellungen zu begegnen und gemeinsam erfolgreiche Lösungen zu finden.«

Für das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen könnte der neu gewonnene Themenbereich Cloud Computing passender nicht sein. Denn Cloud-Technologien lassen sich mit dem Lingener Themenschwerpunkt »Datengetriebene Geschäftsmodelle« sehr gut verknüpfen. Seit Oktober 2017 werden an sechs verschiedenen Standorten KMU dazu befähigt, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder eigene Produkte und Dienstleistungen digital zu veredeln. Und während der meist betagteren IT-Landschaft in KMU schnell die Puste ausgeht, kann Cloud Computing hinsichtlich der Datenspeicherung und -auswertung hilfreiche Dienste leisten.

Alle neuen Angebote für Multiplikatoren und KMU zum Thema Cloud Computing finden sich ab Ende 2018 auf der Webseite Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart sowie der Webseite Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen. Die Webseite Mittelstand 4.0-Agentur Cloud steht den Zielgruppen noch bis Ende 2019 in unveränderter Form und mit allen Inhalten zur Verfügung.

Wie sieht die Produktionssteuerung der Zukunft aus und welche Potenziale für die Digitalisierung in der Produktion gibt es?

Im Bericht „Anforderungen für die Produktionssteuerung der Zukunft. Aktueller Einsatz produktionsbezogener Software und Bedarf in produzierenden Unternehmen“ werden die Umfrageergebnisse aus einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Zusammenarbeit mit der GADV mbH, die sich mit diesem Thema beschäftigt, dargestellt.

Befragt wurden Akteure aus KMU und Großunternehmen, die sich aktuell in einer digitalen Transformation befinden. Auf Grundlage der Erhebung werden zukünftige Digitalisierungsthemen und Ansätze ermittelt. Potenziale wurden vor allem in der Themenerstellung der elektronischen Datenerfassung und automatisierten Auswertung erkannt sowie in der Bereitstellung von Softwarelösungen im Bereich Instandhaltung und Wartung.

Erfahren Sie hier mehr über die detaillierten Ergebnisse.

Den Blick für Neues öffnen                                                                                                                                                 (Autor: Marc-Daniel Moessinger)

Smarte Datenbrillen sind ein gutes Beispiel dafür, wie neue Technologien Wertschöpfungsprozesse verändern. Auch wenn viele der gegenwärtig verfügbaren Modelle aufgrund ihrer Größe und des Gewichts noch nicht für den Einsatz während eines kompletten Arbeitstages geeignet sind, lässt sich die fortgeschrittene Technik in immer mehr Fällen konkret anwenden. Der Nutzen für das eigene Unternehmen und die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung waren Gegenstand eines vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart organisierten Workshops. Beteiligte Partner waren der VDMA Baden-Württemberg, der Baden-Württembergische Handwerkstag und das Ferdinand-Steinbeis-Institut.

Das mit Abstand größte Potential von Datenbrillen sahen die Teilnehmer im Bereich Service: Durch das von der Brille übertragene Livebild kann der Servicetechniker des Herstellers den Fehler beim Kunden identifizieren und den Mitarbeiter im Servicefall gezielt anleiten. Eine fehleranfällige Telefonberatung oder kostspielige Reisen ohne passende Ersatzteile können so vermieden werden.

Des Weiteren wurden insbesondere die Schulungsmöglichkeiten mit einer Datenbrille positiv bewertet. Zum einen besteht die Möglichkeit, dem Lernenden an der realen Maschine bedarfsgerecht Informationen und Anleitungen anzuzeigen. Zum anderen kann die Schulung losgelöst vom physischen Objekt mit Hilfe virtueller Realität durchgeführt werden. Hierbei ermöglicht die Datenbrille auch den Blick hinter die Oberfläche, also auf Vorgänge, die normalerweise in der Maschine im Verborgenen ablaufen. Zusätzlich besteht der Vorteil, dass eine fehlerhafte Programmierung der virtuellen Maschine weder Werkzeug noch Maschine zerstört.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten betreffen die Visualisierung des Maschinenstatus (beispielsweise hinsichtlich der Auslastung) sowie die virtuelle Darstellung von Anlagen (beispielsweise zur Kundenpräsentation auf Messen oder zur Planung eines Fabriklayouts). Ebenso kann eine Datenbrille für Arbeitsanweisungen in der Montage oder der Lagerlogistik verwendet werden.
Zu betonen ist, dass der Einsatz von Datenbrillen nicht nur großen Unternehmen vorbehalten ist. Im Gegenteil: durch die vergleichsweise geringen Erstinvestitionen besteht insbesondere für KMU die Möglichkeit, erste Schritte zur Industrie 4.0 vorzunehmen und die digitale Transformation im eigenen Unternehmen voranzutreiben.

Kontakt
Dr. Marc-Daniel Moessinger
VDMA Baden-Württemberg
Telefon +49 711 22 801 26
E-Mail marc-daniel.moessinger@vdma.org

Nina Steinhäuser
BWHM GmbH
Telefon +49 711 263709-156
E-Mail nsteinhaeuser@handwerk-bw.de

Patrick Weber
Ferdinand-Steinbeis-Institut
Telefon +49 711 1839-686
E-Mail Patrick.Weber@stw.de