Von der Idee zur Umsetzung: Wie zwei Betriebe gemeinsam mehr erreichen wollen

Rückblick zum Workshop des Umsetzungsprojektes „Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit“

 

Autoren: BWHM GmbH, FSTI, bwcon GmbH

Welche Organisationsform bietet den geeigneten Rahmen für zwei Handwerksbetriebe, die eine gemeinsame Projektidee verwirklichen wollen? Um diese Frage drehte sich der Workshop im Umsetzungsprojekt „Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit“, der am 16. Oktober 2018 stattfand. Zu den Teilnehmern zählten die Schaaf GmbH, Maler Giese GmbH und FiliTime GmbH, sowie ein Vertreter des Vertreters des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands. Als Begleiter aus dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum waren Lisa Hornberger (bwcon) und Nina Steinhäuser (BWHM GmbH) mit dabei.

Die Idee einer auf die Bedürfnisse der Handwerksbetriebe abgestimmte, innovativen Softwarelösung hatten die Teilnehmer in den vergangenen sechs Monaten in mehreren Workshops bereits gemeinsam entwickelt. Die ursprüngliche Problemstellung für Hanna Schaaf von der Schaaf GmbH war, dass der Informationsaustausch mit Subunternehmern eine zunehmend große Herausforderung für den Betrieb darstellte. Wenn wir mit drei verschiedenen Gewerken an einer Baustelle arbeiten, muss es nicht sein, dass jeder nochmal neu das Aufmaß nimmt“, nennt sie ein Beispiel. Die anderen Unternehmen müssten nur auf diese Daten zugreifen können. Auch die Kommunikation läuft nicht gebündelt sondern über mehrere Kanäle unter anderem Telefon, Fax und E-Mail.

Patrick Giese von der Maler Giese GmbH hat sich hingegen über sein aus dem Malerbetrieb ausgegründetes Start-Up FiliTime GmbH schon des Problems der unzureichenden analogen Planstecktafel angenommen, die nun in einer digitalen Version von allen Mitarbeitern unterwegs abgerufen werden kann. Den Kopf hat Patrick Giese dabei voller weiterer Ideen.

Beim BIM-Cluster-Treffen im Juni, das vom Baden-Württembergischen Handwerkstag ausgerichtet wurde, trafen die beiden Betriebe schließlich aufeinander. Da man gleich bei der ersten Begegnung viele Überschneidungspunkte feststellte, gab es bereits am Tag darauf ein erstes gemeinsames Treffen mit dem Kompetenzzentrum. Bei diesem wurden erst einmal alle vorhandenen Ideen gesammelt und ein gemeinsames Konzept entwickelt. Außerdem konnte im Rahmen des Workshops ausgeschlossen werden, dass es bereits eine ähnliche Lösung am Markt gibt.

Welche Rechtsform ist für die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit geeignet?

Vor der weiteren Ausgestaltung der Lösung, sahen die Projektteilnehmer jedoch die Notwendigkeit, erst einmal eine dazu passende Organisationsform auswählen. Zur Auswahl standen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Genossenschaft. Bevor man sich jedoch für eine der beiden Formen entschied, mussten erst einmal tragfähige Informationen zur Genossenschaft einfließen, da keiner der Projektteilnehmer bisher mit dieser Rechtsform in Berührung gekommen war.

Deshalb informierten die Projektteilnehmer auf dem Oktober-Workshop zunächst Herrn Roth, den teilnehmenden Gründungsberater des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, über den Projektverlauf. Daraus entwickelte sich direkt eine Diskussion über die Anwendbarkeit des Genossenschaftsmodells auf das gemeinsame Vorhaben. Entlang des Fragenkatalogs, den die Betriebe im Vorfeld zusammengestellt hatten, gab Herr Roth detailliert Auskunft zu Fragen wie: „Kann der Gegenstand einer Genossenschaft die Entwicklung und der Betrieb von IT/Software sein?“ oder „Gibt es Fördermöglichkeiten bei Genossenschaftsgründungen?“ Obwohl die Überlegungen im Vorfeld deutlich mehr Richtung GmbH-Gründung gegangen waren, sind sich am Ende alle einig: Die Genossenschaft ist eine gute Option als Rahmen für das Vorhaben. Die beiden Betriebe feilen nun intensiv am Geschäftsmodell für ihre gemeinsame Genossenschaft und werden dabei weiterhin vom Kompetenzzentrum begleitet. Die beteiligten Unternehmen sind sich darüber einig, dass die Unterstützung des Kompetenzzentrums ein wichtiger Baustein zum Projektfortschritt war und auch zukünftig ist.

Ansprechpartner:

Lisa Hornberger, bwcon GmbH (hornberger@bwcon.de)
Patrick Weber, Ferdinand-Steinbeis-Institut (Patrick.Weber@steinbeis.de)
Nina Steinhäuser, BHWM GmbH (NSteinhaeuser@handwerk-bw.de)