Durch den Einsatz von programmierbaren Softwarerobotern, sog. Bots, lassen sich täglich anfallende Routinetätigkeiten automatisch bearbeiten, wodurch die Mitarbeitenden innerhalb des Unternehmens dauerhaft entlastet werden können. Demzufolge lassen sich einige Geschäftsprozesse nachhaltig optimieren sowie wertvolle Zeit gewinnen und Geld sparen.

Am 14.07.2021 wurde bei einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg und dem Fachverband SuD „Software und Digitalisierung“ in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart die Theorie und Praxis dieser Thematik vereint.

Gleich zu Beginn wurde via Mentimeter ein Live-Stimmungsbild zum genannten Schwerpunktthema aus dem Teilnehmerkreis generiert. Die Ergebnisse lieferten direkte Einblicke, auf welchem Niveau sich die verschiedenen Unternehmen bewegen. Bei der ersten Frage ging es um die automatische Rechnungsverarbeitung, bei der fast zwei Drittel aller Befragten angaben, dass dies unternehmensintern noch nicht vollautomatisiert abläuft. Die zweite Frage hingegen zielte darauf ab, zu erfahren, ob die Unternehmen mit den RPA-Bots (Softwareroboter) bisher vertraut sind bzw. im Unternehmen eingesetzt werden. Für knapp 80 Prozent der angemeldeten Personen ist diese Art von Prozessautomatisierung noch völliges Neuland. Um ein Gespür dafür zu bekommen, inwiefern die Teilnehmenden sich bisher mit dem Thema auseinandergesetzt haben, wurde eine dritte und letzte Frage gestellt, bei der es darum ging, Kriterien zu beschreiben, bei dem ein Einsatz von Softwarerobotern am sinnvollsten erscheint. Hier kann festgehalten werden, dass ein Prozess folgende Voraussetzungen erfüllen sollte, um maximale Optimierungseffekte erzielen zu können: der Prozess besteht aus vielen manuellen Tätigkeiten, wiederholt sich, besitzt ein festes Regelwerk, besteht aus strukturierten Eingaben, es gibt keine Ausnahmefälle und besitzt demnach hohe Qualitätsauswirkungen.

Den Teilnehmenden wurde im Anschluss vom hauseigenen VDMA-Experten, Jakob Albert, das notwendige Grundlagenwissen vermittelt, um die Thematik rundum RPA-Bots besser verstehen und bewerten zu können. Hierbei ging es im Wesentlichen darum, aufzuzeigen, was sich überhaupt hinter dem Begriff an sich verbirgt und wie die Entstehungsgeschichte dahinter aussieht. Unterschieden werden grundsätzlich zwei Arten von RPA: teilautomatisiert (attended – Anwender wird von Roboter unterstützt) und vollautomatisiert (unattended – Roboter arbeitet selbstständig). Die Anwendungsbereiche hingegen sind sehr vielfältig, da es sich um repetitive Aufgaben handeln soll, bei der eine Schnittstelle zwischen Mensch und Computer gewährleistet sein muss. Beispielsweise geht es hierbei um das Kopieren und Einfügen von Daten in Formulare oder Dokumente, das Zugreifen auf aktuelle Daten auf Webseiten, das Auslesen von Informationen aus Dokumenten sowie das Durchführen von Berechnungen.

Um mehr Einblicke in das Potenzial von RPA im Finanzbereich zu bekommen, wurde die angesprochene Thematik mit dem Aufzeigen von Praxisbeispielen in Form von animierten Kurzvideos näher betrachtet und anschaulich aufbereitet. Malte Horstmann, Geschäftsführer OMM Solutions GmbH, zeigte demzufolge live wie das Einbuchen von Belegpositionen mithilfe eines Bots ausgelesen und vorbereitet werden kann und wie Rechnungen in einem ERP-System eingelesen werden können. Interessant war auch zu sehen, wie eine selbstständige Datenprüfung via Excel und ERP-System ablaufen kann.

Somit bietet die Technologie rundum RPA etliche Vorteile, wie das Entlasten der Mitarbeitenden, die Steigerung der Prozess- und Datenqualität, die Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit, die Erhöhung der Transparenz und die daraus resultierende Kostenersparnis. Des Weiteren sind keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich, da die Bedienung bzw. das Anlernen des Roboters sehr einfach zu handhaben ist.

Als Kritikpunkte haben sich beispielsweise folgende Punkte herauskristallisiert: komplexe Prozesse sind nur sehr schwer automatisierbar, es erfolgt keine inhaltliche Bewertung oder Interpretation der Daten, die Flexibilität ist bei nicht eindeutigen Daten nicht gewährleistet und die geringe Interpretationsfähigkeit bei Änderungen in der zu bedienenden Software stellt auch ein Problem dar.

Zusammenfassend lässt sich demzufolge sagen, dass die Anwendung von Robotic Process Automation im Finanzbereich einige Vorteile mit sich bringen kann. Hier geht es nicht nur um Kosteneinsparungen, die sich lohnen können, sondern auch und vor allem um die Qualitätsverbesserung, da Fehler reduziert werden. Dennoch steckt, neben dem Finanzbereich, in jeder Abteilung ein gewisses Automatisierungspotenzial. Die virtuellen Mitarbeitenden verhelfen der menschlichen Belegschaft somit wieder zu mehr Kreativität und Innovationsfreude. Mit Blick in die Zukunft bleibt festzuhalten, dass durch die sogenannten Software-Bots eine Menge an Neuerungen einhergehen werden, die größtenteils zu positiven Aspekten führen, weshalb die Automatisierung im F&C-Bereich mittelfristig nicht mehr wegzudenken ist.

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Der Begriff 5G hat sich als ein weit verbreitetes Thema im Maschinen- und Anlagenbau etabliert. 5G, die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie, verspricht ein wichtiger Wegbereiter für die Industrie der Zukunft zu werden.

Ein Schlüsselfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus in der Zukunft wird die erfolgreiche und profitable Bereitstellung von hochproduktiven und zuverlässigen, drahtlos-vernetzbaren Maschinen und Anlagen sein, mit dem Fokus auf einen qualitativ hochwertigen Nutzwert für den Endanwender. Darüber hinaus wird die Konvergenz von Automatisierungsprozessen und zuverlässiger drahtloser Kommunikation die Produkt- und Produktionsinnovation vorantreiben. Es besteht demnach ein enormer Handlungs- und Evaluierungsbedarf bezüglich 5G, um das wahre Potential dieser Technologie frühzeitig zu erkennen. Zugleich zeigen die gewonnenen Erfahrungen das Interesse des Maschinen- und Anlagenbaus, neben 5G, weitere industrietaugliche Funktechnologien in Betracht zu ziehen.

Am 07.07.2021 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft WCM „Wireless Communications for Machines“ in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart aus theoretischer und praktischer Sicht behandelt.

Gleich zu Beginn wurde mit den über 60 (erschienenen) Teilnehmenden ein Live-Stimmungsbild, via Mentimeter, zum genannten Schwerpunktthema erzeugt. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme gaben einen ersten Einblick, welche drahtlosen Technologien bei den Unternehmen aktuell stark im Fokus stehen. Hier lagen beispielsweise folgende Nennungen vor: 5G, WiFi-6, Bluetooth Low Energy, ZigBee, Starlink, LTE/4G, RFID. Eine weitere Frage zielte darauf ab, welche (technischen) Anforderungen an die Wireless Technologien in der Produktion bzw. am Produkt zu gewährleisten sind. Die Antworten beziehten sich hierbei meist auf Zuverlässigkeit/Stabilität, Verfügbarkeit, Echtzeitfähigkeit sowie auf Geschwindigkeit und Cybersecurity. Bei der dritten und letzten Einstiegsfrage ging es um mögliche Anwendungsszenarien in den jeweiligen Unternehmen. Hier waren die Rückmeldungen sehr gemischt. Es ging von einem autonomen Materialtransport über Machine-to-Machine Kommunikation bis hin zur Wartung von Maschinen.

Den Teilnehmenden wurde im Anschluss von Dr. Miriam Solera die neugegründete AG WCM (seit März 2021) hinsichtlich Motivation erklärt und einzelne Aktivitäten näher vorgestellt. Die Arbeitsgemeinschaft selbst besteht derzeit aus 93 Mitgliedern aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Information- und Kommunikationstechnologien, Automatisierungstechnik sowie Forschungsinstituten bzw. Hochschulen und gliedert sich in sechs Arbeitsgruppen. Die Mitgliedschaft für VDMA-Mitglieder ist kostenfrei.

Um mehr Einblicke in das Potenzial von 5G in der Produktion und Logistik zu bekommen, wurde die angesprochene Thematik mit dem Aufzeigen der vielseitigen Anwendungsbereiche näher beleuchtet und anschaulich dargestellt. Fabian Haag, Fraunhofer IPA, und Fabian Dietrich, Digital-Hub Neckar-Alb & Sigmaringen, zeigten darüber hinaus noch die Kooperationsmöglichkeiten mit dem Transferzentrum „5G4KMU“ auf, bei dem gezielt kleinen und mittleren Unternehmen ein Einstieg in den neuen Mobilfunkstandard 5G aufgezeigt werden soll. Hier können, gemeinsam, Produkte und Geschäftsmodelle weiterentwickelt oder gar neue Ideen erprobt werden.

Die Veranstaltung wurde durch einen Vortrag von Herrn Dr. Nevermann, CETECOM GmbH, abgerundet, bei dem es um den Vergleich zwischen 5G und WiFi-6 aus theoretischer Sicht und den zu erwartenden Unterschiede in der Praxis ging. Hier wurde demnach stark verdeutlicht, dass beide Funktechnologien ihre Vor- und Nachteile haben. Eine Entscheidung für oder gegen ein System hängt demzufolge hauptsächlich von organisatorischen Gegebenheiten, der Industrieumgebung und von der Art der Anwendung ab.

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Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – auch in der Produktion. Entscheidender Erfolgsfaktor in solchen Projekten ist neben der Vernetzung auch die strukturierte Verarbeitung der Daten. Innovative Technologien wie KI erfordern dabei allerdings auch moderne Methoden in der Entwicklung und Implementierung.

Am 25.05.2021 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart und der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg ausführlich besprochen.

In Bezug zu dieser ERFA-Veranstaltung wurde, vor den externen Fachbeiträgen, ein Stimmungsbild zum genannten Schwerpunktthema aus dem Teilnehmerkreis erzeugt. An dieser Live-Umfrage gaben zwei Drittel aller Befragten an, dass der Einsatz von KI-Lösungen in Planung bzw. in der Entwicklung und im konkreten Einsatz ist. Die restlichen Teilnehmenden stuften das Thema als relevant ein, aber haben bislang keine konkreten Planungen diesbezüglich in der Mache.

Die Veranstaltung bot zunächst einen grundlegenden Einstieg in das Thema der selbst lernenden Systeme, was häufig als „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet wird. Welche Voraussetzungen gerade in der Produktion nötig sind und wie diese geschaffen werden, wurde anhand eines Praxisbeispiels der EMAG GmbH illustriert. Somit wurde den Teilnehmenden ein erfolgreicher Weg aufgezeigt, hin zu digitalen Mehrwertdiensten für Kunden. Abschließend wurden Einblicke in erfolgreich umgesetzte Projekte bei EMAG-Kunden anschaulich aufbereitet.

Insgesamt war es mit über 40 Teilnehmenden eine gelungene Veranstaltung, in der theoretische Kenntnisse und Grundlagen mit konkreten Anwendungsfällen näher beschrieben wurden. Den Teilnehmern bot sich während der gesamten Veranstaltung die Möglichkeit direkt mit den drei Referenten in einen Austausch zu gehen und so wertvolle Erfahrungen und Anregungen für eigene Projekte zu sammeln und zu erörtern.

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OPC UA spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Industrie 4.0: Diese verlangt nach einheitlichen Standards für die hersteller- und hierarchieübergreifende Vernetzung von Komponenten, Maschinen, Anlagen und Steuerungen verschiedener Hersteller. Um diese Maschine-zu-Maschine-Kommunikation zu vereinheitlichen, sieht der VDMA durch seine Mitglieder den einheitlichen Kommunikationsstandard OPC UA als Vorzugsstandard. Die in OPC UA zu standardisierenden technischen Eigenschaften der Produkte sind konkrete Geräte- und Fähigkeitsinformationen. Diese werden durch objektorientierte Informationsmodelle in technischen Spezifikationen, den OPC UA Companion Specifications, beschrieben.

Am 02. Juni 2021 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung des VDMA Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart und ProduktionNRW ausführlich besprochen. Im Rahmen dieses Web-Erfas wurde zu Beginn eine Bestandsaufnahme der Teilnehmer zum genannten Schwerpunktthema eingeholt. An diesem Live-Stimmungsbild gaben ca. 2/3 aller Befragten an, dass sie sich bezüglich des Wissenstandes rund um OPC UA als „fortgeschritten“ einstufen würden. Das restliche Drittel untergliedert sich in Anfängerinnen/Anfänger sowie Expertinnen und Experten. In einer weiteren Frage ordneten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Relevanz von OPC UA zu 70 Prozent als relevant bis sehr relevant ein. Des Weiteren ist bei fast 80 Prozent der teilnehmenden Unternehmen eine Schnittstellenimplementierung bereits erfolgt oder geplant.

Um die Teilnehmenden dennoch auf ein Level bezüglich Basiswissen zu bringen, gab Johannes Olbort, VDMA Forum Industrie 4.0 ein Einführungsvortrag zur Technologie OPC UA, der unter anderem die Herkunft des Begriffes, die Funktionsweise und ein Fazit beinhaltete. Abgerundet wurde dies von Heiko Herden, der die Aktivitäten zu OPC UA seitens des VDMA erläuterte. Dabei standen die Standardisierung in den rund 35 branchenspezifischen Arbeitskreisen und die branchenübergreifende Harmonisierung in „OPC UA for Machinery“ im Fokus.

Um mehr Einblicke in einzelne Unternehmen und die konkrete Umsetzung von OPC UA zu bekommen, wurde die ganze Thematik mit den beiden Praxisbeispielen aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen abgerundet. Durch Vorträge von Dr. Kai Kerber, Oskar Frech sowie Richard Habering, Igus, zeigte sich, welchen Nutzen und Mehrwert eine OPC UA-Schnittstellenimplementierung mit sich bringen kann. Insbesondere eine künftige Kostenersparnis wurde dabei stets hervorgehoben und mit den praktischen Darstellungen untermauert.

Als Ausblick in die Zukunft zeichnet sich das Bild ab, dass die Aktivitäten rund um OPC UA noch weiter zunehmen werden. Die bessere Zugänglichkeit von Daten kann vom Shop-Floor bis in die Cloud genutzt werden und ermöglicht neben einer Kostenreduktion auch neue Geschäftsmodelle. Dies dient als Treiber, genauso wie das das Zielbild Plug & Produce, auf das mit der Weltsprache der Produktion hingearbeitet wird.

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Lean Management ist vielen Unternehmen ein Begriff. Häufig hapert es aber noch an der Umsetzung „leaner“ Methoden, besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Beispielweise ist das Werkzeug der Wertstromanalyse primär bekannt aus der Serienfertigung. Doch auch im Rahmen variantenreicher Einzelfertigung kann eine Wertstromanalyse zum Einsatz kommen und dazu beitragen, Verbesserungspotentiale aufzudecken und Verschwendung zu reduzieren.

Mehrfarbige Ringe (Quelle: egf Manufaktur)

Am Beispiel der egf Manufaktur in Pforzheim wurde mit der Unterstützung des Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrum Stuttgart eine Methode entwickelt, welche den Einsatz der Wertstromanalyse in der kundenindividuellen Trauringproduktion möglich macht. Trauringe sind Einzelstücke und werden nach Kundenwünschen über einen detaillierten Produktkonfigurator zusammengestellt. Merkmale wie Ringprofil, Legierung, Steinbesatz oder Gravur sind individuell gestaltbar und beeinflussen maßgeblich die dahinterliegenden Fertigungsprozesse. Die hohen Kundenansprüche an Produktqualität und Termintreue lassen dabei keinen Spielraum für Fehler.

Verschiedene Ringprofile (Quelle: egf Manufaktur)

Die vielfältigen Konfigurations- und Personalisierungsmöglichkeiten bedingen, dass jeder Auftrag unterschiedliche manuelle und teilautomatisierte Fertigungsschritte absolviert.
Aufgrund der stark schwankenden Durchlaufzeiten gestaltet sich die Ableitung eines konventionellen Wertstrommodels schwierig. Daher wurde ein datengetriebener Ansatz entwickelt, welcher neben Multimomentaufnahmen und REFA-Zeitstudien auch Daten aus Zeiterfassung und Produkttracking auswertet, um eine bessere Datengrundlage gegenüber herkömmlichen Werksrundgänge herzustellen. Der Ansatz ist generisch gestaltet und kann flexibel an die verfügbaren Datenquellen in produzierenden Unternehmen angepasst werden. Dank der so durchgeführten erweiterten Wertstromanalyse konnten fünf konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Produktionsabläufe bei der egf Manufaktur abgeleitet werden. Dazu zählen z.B. Verbesserungen bei der Gestaltung der Arbeitsplätze aber auch die Anpassung der Prozesse zur Fertigungssteuerung.

Manuelles Fassen eines Edelsteins (Quelle: egf Manufaktur)

Betreut wurde das Projekt vom FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe in Kooperation mit der egf Manufaktur in Pforzheim. Die egf Manufaktur hat sich auf den Trauringbereich spezialisiert und produziert hochwertige „Made in Germany“-Ringe. Seit über 80 Jahren ist das Unternehmen eines der führenden Produzenten im Trauringbereich. Die egf Manufaktur stellt ihre Ringe ausschließlich in ihrer eigenen Manufaktur in Pforzheim her und setzt dabei eine Kombination aus feiner Handarbeit und modernen Präzisionsmaschinen ein.

 

Heutzutage laufen in jedem Unternehmen unzählige Prozesse gleichzeitig ab. All diese angestoßenen Prozesse sind untereinander vernetzt und unterliegen einer bestimmten Reihenfolge von Handlungen. Die technischen Herausforderungen sind durch den Einsatz von digitalen Technologien weitgehend gelöst, aber die eigentlichen Herausforderungen sind ganze andere: Wie unterscheiden sich digitale von analogen Prozessen, was sind die Voraussetzungen für eine Digitalisierung und wie verschieben sich die Grenzen der Prozesse?

Am 20.05.2021 wurde diese beschriebene Themenstellung in einer Veranstaltung des VDMA Baden-Württembergs in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart ausführlicher behandelt. Die Agenda dieser Online-Veranstaltung beinhaltete demnach einen Praxisbericht des Unternehmens Groz-Beckert KG, sowie einen fachlichen Input von der VDMA Business Advisory in Person von Herrn Dr. Bünting.

Im Rahmen dieser Online-Veranstaltung wurde, vor den jeweiligen Fachbeiträgen, eine Bestandsaufnahme der Teilnehmenden zum genannten Schwerpunktthema initiiert. An dieser Live-Umfrage wurde ersichtlich, dass sich der Teilnehmerkreis auf einem fortgeschrittenen Niveau bewegt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnern gaben zum Großteil an, dass sie heute ihre Prozesse digitalisieren, indem sie einerseits bestehende analoge Prozesse neu digital designen und dann abklären, was bei der Umsetzung möglich ist sowie andererseits bestehende analoge Prozesse, um die digitalen Anforderungen und Möglichkeiten erweitern und digitalisieren. Andere Unternehmen hingegen handhaben es grundsätzlich so, dass neue Prozesse gleich digital konzipiert werden.

Im Praxisbericht von der Groz-Beckert KG wurde der Weg aufgezeigt, die starke Mitarbeiterorientierung des Unternehmens ins digitale Zeitalter zu transportieren und die Beschäftigten noch aktiver und direkter einzubinden. Den Mitarbeitenden soll auf einfachem Wege HR-Self-Services wie beispielsweise Urlaubsanträge und Zeiterfassung zur Verfügung gestellt werden. Implementiert wurde eine Mitarbeiter-App, die geräteunabhängig die entsprechenden Informationen und Dienste anschaulich aufbereitet und darstellt. Zusammengefasst waren die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren, die zur schnellen Implementierung und hohen Akzeptanz geführt haben, somit: Inhalte mit Mehrwert zu generieren, alle Stakeholder mit an Bord zu holen und die sorgfältige Vorbereitung.

Abgerundet wurde dieses Online-Format durch die Einblicke und konkrete Wissensvermittlung von Herrn Dr. Bünting zum Thema „Digitalisierung von Prozessen“, bei dem der Schwerpunkt auf die fünf zentralen Herausforderungen und die größten Missverständnisse gelegt worden ist.

1.    Herstellen einer hohen Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden
2.    Herstellen der Konnektivität zwischen Menschen, Maschinen und Prozessen
3.    100% Qualität der Stammdaten
4.    Effektive und effiziente Prozesse
5.    Menschenzentrierte Assistenzsysteme

Insgesamt war es mit ca. 40 Teilnehmenden eine sehr gelungene und rege Veranstaltung, in der theoretische Kenntnisse und Grundlagen mit einem Praxisbericht näher erläutert wurden. Den Teilnehmenden bot sich während der gesamten Veranstaltung die Möglichkeit direkt mit der Referentin und dem Fachexperten in einen Austausch zu gehen und so wertvolle Erfahrungen und Anregungen für eigene Umsetzungsprojekte zu sammeln und zu erörtern.

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In der heutigen, sehr schnelllebigen Welt stehen einzelne Abteilungen oder ganze Unternehmen immer stärker unter Zugzwang. Um entsprechend wettbewerbsfähig zu bleiben, sollte sich kein Unternehmen vor der Digitalisierung verstecken. Bei der Thematik rundum Low Coding geht es um den Ansatz, Programme und Anwendungen anhand von visuellen Elementen und modellbasierten Entwicklungsmethoden zu konzipieren. Das angestrebte Ziel ist es, durch die Reduktion des zu schreibenden Codes, die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen und diese Möglichkeit auch Personen ohne eigene Programmierfähigkeiten zur Verfügung zu stellen.

Am 19.05.2021 wurde diese beschriebene Themenstellung in einer Veranstaltung des VDMA Baden-Württembergs und dem Fachverband Software und Digitalisierung in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart ausgiebig behandelt. Die Agenda dieser Online-Veranstaltung war demnach strukturiert in drei einzelne Kurzportraits von Low Code Anbietern, verknüpft mit dazugehörigen Praxisbeispielen, bei denen verschiedene Anwendungsszenarien aufgezeigt wurden.
Im Rahmen dieser Online-Veranstaltung wurde, vor dem fachlichen Input der Referenten, eine Bestandsaufnahme der Teilnehmenden zum genannten Schwerpunktthema generiert.

An dieser Live-Umfrage ergaben zwei Drittel aller Stimmen, dass diese sich derzeit in der Orientierungsphase befinden. Ein Drittel hat schon erste Entwicklungs- und App-Erfahrungen gesammelt und befindet sich somit in der konkreten Umsetzungsphase.
Dieses Ergebnis zeigte dementsprechend recht früh und deutlich, dass das Thema Low Coding bereits bekannt ist, aber bei vielen noch recht am Anfang steht. Daher war es keine Überraschung, dass es in dieser Veranstaltung darum ging, die Unternehmen vorerst abzuholen und sie über die Thematik erstmal zu informieren und zu sensibilisieren.

Anhand von drei einzelnen Kurzportraits der Unternehmen Noxum GmbH, Magic Software Enterprises (Deutschland) GmbH und Peakboard GmbH wurden sogenannte Low Code Development Plattformen vorgestellt, die Entwickler und Entwicklerinnen ermöglichen, mit Hilfe von visuellen Tools, Benutzeroberflächen, Datenmodelle oder Geschäftsprozesse zu erstellen. Das können einerseits vorgefertigte Blöcke sein, die in der Anwendung platziert werden, oder andererseits auch Logik in Form von Ablaufdiagrammen jeglicher Art.

Um die Thematik für die teilnehmenden Unternehmen dennoch ein Stück weit greifbarer zu machen, wurde die Begrifflichkeit mit den Praxisbeispielen aus den Unternehmen Pepperl+Fuchs SE, Sanha GmbH & Co. KG und Robert Bosch GmbH verdeutlicht. In diesen Beispielen wurde der Einsatz von Low Code in Kombination mit ECLASS, als Datendrehschreibe oder auf dem Shopfloor dargestellt. So konnten sich die Zuhörenden einen Überblick der Vielseitigkeit von Low Code Lösungen machen.

Als Ausblick in die Zukunft verspricht der Low Coding Ansatz eine vielversprechende Lösung für IoT-Projekte. Neue Systeme müssen in eine bestehende Infrastruktur eingepflegt und für die neue Umgebung angepasst werden. Mithilfe von Low Coding Plattformen kann dies, ohne externe Experten, agil und individuell erfolgen. Durch den Einsatz von Low Code können sie von den eigenen Mitarbeitern direkt vor Ort angepasst werden.

Weitere Infos zum Thema finden sie in diesem Blogbeitrag: Digitalisierung effizient gestalten durch Low-Code Development

 

 

Ziel ist die kontinuierliche Begleitung von Produktionsprozessen, um Werkerinnen und Werker durch detaillierte Anleitungen helfend zu unterstützen und dabei Qualität und Produktivität zu steigern.

Ein zentraler Erfolgsfaktor einer Smart Factory liegt in der konsequenten Vernetzung aller an der Produktion beteiligten Prozesse, Maschinen, Werkzeuge und Ressourcen. Ziel ist es dabei immer, den Involvierten alle relevanten Informationen und Daten aktuell und passgenau zur Verfügung zu stellen und somit die effektive und effiziente Interaktion mit den eingesetzten Maschinen und Anlagen zu ermöglichen. Dies ermöglicht die Entlastung von Routinetätigkeiten, wodurch mehr Zeit für wichtigere, wertschöpfendere Aufgaben zur Verfügung steht.

Als Lösungsansatz in diesem Kontext bietet sich ein Werkerassistenzsystem an. Im vorliegenden Praxisbeispiel handelt es sich um ein System, dass auf optischer Identifikation in Kombination mit kamerabasierter Bildverarbeitung basiert. Komponenten, Bauteile und Baugruppen werden von einer Kamera erfasst und zur Identifikation mit den hinterlegten Informationen der Datenbank abgeglichen. So lassen sich beispielsweise Lieferungen ohne eindeutige Kennzeichnung schnell hinsichtlich Mengen, Vollständigkeit und Fehler überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen einleiten.

Die eigentliche Stärke eines solchen Systems liegt aber in der Unterstützung der Werkerinnen und Werker. Mittels detaillierter Anleitungen wird der Produktionsprozess kontinuierlich begleitet. Die korrekte Ausführung der Arbeitsschritte und die Qualität der Ergebnisse lassen sich automatisch in Echtzeit sicherstellen und anschließend auch dokumentieren.

Werkerassistenzsysteme standen dann auch im Fokus der Online-Veranstaltung vom 28. April 2021, die vom VDMA Landesverband Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart durchgeführt wurde.

Der Einstiegsvortrag der OPTIMUM datamanagement solutions GmbH lieferte eine generelle Einführung in die Thematik und erörterte die Chancen und Potenziale sowie Leistungsumfang und Erweiterungsmöglichkeiten von Werkerassistenzsystemen. Im anschließenden Praxisvortrag der fischer Sondermaschinenbau GmbH wurden dann die einzelnen Projektschritte und Erfahrungen bei der Implementierung und Einführung in der Produktmontage ausführlich vorgestellt.

Fazit

In beiden Vorträgen kam deutlich zum Ausdruck, dass die Einführung eines Werkerassistenzsystems etliche Vorteile mit sich bringt. Durch prozessbegleitende automatische Prüfung von Teilen können erhebliche Zeitersparnisse gegenüber der üblicherweise der Montage nachgelagerten Prüfung erzielt werden. Gleichzeitig ist eine lückenlose Dokumentation der Montageschritte als Qualitätsnachweis gegenüber Kunden möglich. Auch die Werkerinnen und Werker empfinden das Assistenzsystem durchweg als positive Unterstützung ihrer Tätigkeiten. Die Nervosität oder Angst eventuell ein Fehler zu begehen sinkt, da das System zu jedem Zeitpunkt helfend zur Seite steht und frühzeitig auf Unstimmigkeiten hinweist, was ebenfalls zur Qualitätsoptimierung beiträgt. Steigerungen der Produktivität in Größenordnungen von zwanzig Prozent sind somit durchaus im Bereich des Möglichen.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bot sich ein spannendes, abwechslungsreiches Programm, bei dem sie ihre persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Fragen ausgiebig untereinander und mit den Experten austauschen und diskutieren konnten.

 

Daten und Algorithmen sind zentrale Bausteine der digitalen Transformation, innovativer Geschäftsmodelle und neuer Services in einem zunehmend komplexer werdenden Marktumfeld. Gerade der Maschinen- und Anlagebau, der mit in Maschinen verbauter Sensorik enorme Datenbestände generiert, kann sich durch die gezielte Analyse der Daten entscheidende Mehrwerte und Wettbewerbsvorteile sichern.

Am 29.04.2021 wurde dieser beschriebene Aspekt in einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart und der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg thematisch beleuchtet.

Zu Beginn dieser Erfahrungsaustauschveranstaltung, mit ca. 90 Teilnehmern, wurde ein interaktives Stimmungsbild der Teilnehmenden zum genannten Schwerpunktthema eingeholt. Die Live-Ergebnisse demnach zeigten, dass zwei Drittel der Unternehmen schon erste Pilotprojekte zur heutigen Thematik im eigenen Unternehmen umgesetzt haben.

Das Ferdinand-Steinbeis Institut, in Person von Patrick Weber, gab eine Einführung in das Thema „Gestaltung datenbasierter (Service-) Geschäftsmodelle“ und zeigte anhand konkreter Praxisprojekte, wie einerseits Zustandsdaten als Grundlage für eine neue Wertschöpfung genutzt werden können und andererseits wie neue Potenziale durch einen unternehmensübergreifenden Datenaustausch entstehen können.

Dr. Julian Feinauer, pragmatic industries, stellte in seinem praxisorientierten Vortrag „Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts“ die Potenziale vor, die Maschinenbauer mit Blick auf die Daten haben. Anhand einer Live-Demo zeigte er, wie Maschinendaten analysiert und visualisiert werden können und die Maschinen in einem Portal standortübergreifend verwaltet werden können.

David Hahn, remberg GmbH, beleuchtete in seinem Vortrag nochmal die immense Wichtigkeit von Daten in Service und After-Sales. Er erklärte, wie Digitaler Service im Maschinen- und Anlagenbau proaktiv gestaltet werden kann. In einer Live-Demo demonstrierte er den proaktiven Ablauf eines Serviceeinsatzes.

Als Quintessenz lässt sich sagen, dass die fortschreitende Digitalisierung in der Industrie 4.0-Welt mit innovativen Technologien somit neue Möglichkeiten für digitale Geschäftsmodelle bietet, um beispielsweise die Servicequalität und Kundenbindung zu erhöhen sowie die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Weitere Infos:

Erfahren Sie hier mehr zum Themenfeld Produktion und Service- & Geschäftsmodellentwicklung.

 

Am 27.04.2021 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg und dem Fachverband Software und Digitalisierung in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart intensiv behandelt. Der Ablauf dieser Online-Veranstaltung war demnach strukturiert in einen Impulsvortrag zum Thema Clean-Code Development und einem aufbauenden Praxisbeispiel.

Im Rahmen dieser Erfahrungsaustauschveranstaltung wurde zu Beginn eine Bestandsaufnahme der Teilnehmenden zum genannten Schwerpunktthema initiiert. Die Live-Umfrage ergab, dass die Unternehmen größtenteils schon erste Erfahrungen mit Clean-Code gemacht haben.

In einem sehr anschaulichen und dynamischen Vortrag wurde von Herrn Sebastian Betzin (CTO der generic.de AG) erläutert, was es mit den Begriffen „innere und äußere Softwarequalität“ sowie „technische Schuld“ auf sich hat. Daran aufbauend wurden die Prinzipien, das Wertesystem, die Tugenden und die Grade des Clean Code Developments näher vorgestellt. Ein Kernelement ist Nachhaltigkeit. Softwarelösungen müssen demnach flexibel auf Veränderungen reagieren können – und dass ohne Unmengen an Kosten für Code-Anpassungen zu verschlingen. Nur Software mit hoher innerer Qualität kann diesem Anspruch gerecht werden. Innere Softwarequalität beschreibt das, was auf den ersten Blick und Klick nicht sichtbar ist: die Güte des Quellcodes.

Um die Thematik für die teilnehmenden Unternehmen dennoch ein Stück weit greifbarer zu machen, wurde die Begrifflichkeit mit dem Praxisbeispiel der Schöck Bauteile GmbH veranschaulicht. Das Unternehmen, in Person von Hubert Fritschi, berichtete über seine Erfahrungen mit Clean Code Development im Rahmen der Neuentwicklung der Schöck-Bemessungssoftware.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Veranstaltung sehr gut angenommen wurde und das Thema weiterhin auch eine zentrale Rolle spielen wird. Das interaktive Format bot den Teilnehmenden jederzeit die Möglichkeit sich direkt mit den beiden Referenten auszutauschen und sich Impulse für eigene Umsetzungsprojekte zu holen

Weitere kommende Veranstaltungen aus dem Themenfeld: