Durch den Einsatz von programmierbaren Softwarerobotern, sog. Bots, lassen sich täglich anfallende Routinetätigkeiten automatisch bearbeiten, wodurch die Mitarbeitenden innerhalb des Unternehmens dauerhaft entlastet werden können. Demzufolge lassen sich einige Geschäftsprozesse nachhaltig optimieren sowie wertvolle Zeit gewinnen und Geld sparen.

Am 14.07.2021 wurde bei einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg und dem Fachverband SuD „Software und Digitalisierung“ in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart die Theorie und Praxis dieser Thematik vereint.

Gleich zu Beginn wurde via Mentimeter ein Live-Stimmungsbild zum genannten Schwerpunktthema aus dem Teilnehmerkreis generiert. Die Ergebnisse lieferten direkte Einblicke, auf welchem Niveau sich die verschiedenen Unternehmen bewegen. Bei der ersten Frage ging es um die automatische Rechnungsverarbeitung, bei der fast zwei Drittel aller Befragten angaben, dass dies unternehmensintern noch nicht vollautomatisiert abläuft. Die zweite Frage hingegen zielte darauf ab, zu erfahren, ob die Unternehmen mit den RPA-Bots (Softwareroboter) bisher vertraut sind bzw. im Unternehmen eingesetzt werden. Für knapp 80 Prozent der angemeldeten Personen ist diese Art von Prozessautomatisierung noch völliges Neuland. Um ein Gespür dafür zu bekommen, inwiefern die Teilnehmenden sich bisher mit dem Thema auseinandergesetzt haben, wurde eine dritte und letzte Frage gestellt, bei der es darum ging, Kriterien zu beschreiben, bei dem ein Einsatz von Softwarerobotern am sinnvollsten erscheint. Hier kann festgehalten werden, dass ein Prozess folgende Voraussetzungen erfüllen sollte, um maximale Optimierungseffekte erzielen zu können: der Prozess besteht aus vielen manuellen Tätigkeiten, wiederholt sich, besitzt ein festes Regelwerk, besteht aus strukturierten Eingaben, es gibt keine Ausnahmefälle und besitzt demnach hohe Qualitätsauswirkungen.

Den Teilnehmenden wurde im Anschluss vom hauseigenen VDMA-Experten, Jakob Albert, das notwendige Grundlagenwissen vermittelt, um die Thematik rundum RPA-Bots besser verstehen und bewerten zu können. Hierbei ging es im Wesentlichen darum, aufzuzeigen, was sich überhaupt hinter dem Begriff an sich verbirgt und wie die Entstehungsgeschichte dahinter aussieht. Unterschieden werden grundsätzlich zwei Arten von RPA: teilautomatisiert (attended – Anwender wird von Roboter unterstützt) und vollautomatisiert (unattended – Roboter arbeitet selbstständig). Die Anwendungsbereiche hingegen sind sehr vielfältig, da es sich um repetitive Aufgaben handeln soll, bei der eine Schnittstelle zwischen Mensch und Computer gewährleistet sein muss. Beispielsweise geht es hierbei um das Kopieren und Einfügen von Daten in Formulare oder Dokumente, das Zugreifen auf aktuelle Daten auf Webseiten, das Auslesen von Informationen aus Dokumenten sowie das Durchführen von Berechnungen.

Um mehr Einblicke in das Potenzial von RPA im Finanzbereich zu bekommen, wurde die angesprochene Thematik mit dem Aufzeigen von Praxisbeispielen in Form von animierten Kurzvideos näher betrachtet und anschaulich aufbereitet. Malte Horstmann, Geschäftsführer OMM Solutions GmbH, zeigte demzufolge live wie das Einbuchen von Belegpositionen mithilfe eines Bots ausgelesen und vorbereitet werden kann und wie Rechnungen in einem ERP-System eingelesen werden können. Interessant war auch zu sehen, wie eine selbstständige Datenprüfung via Excel und ERP-System ablaufen kann.

Somit bietet die Technologie rundum RPA etliche Vorteile, wie das Entlasten der Mitarbeitenden, die Steigerung der Prozess- und Datenqualität, die Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit, die Erhöhung der Transparenz und die daraus resultierende Kostenersparnis. Des Weiteren sind keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich, da die Bedienung bzw. das Anlernen des Roboters sehr einfach zu handhaben ist.

Als Kritikpunkte haben sich beispielsweise folgende Punkte herauskristallisiert: komplexe Prozesse sind nur sehr schwer automatisierbar, es erfolgt keine inhaltliche Bewertung oder Interpretation der Daten, die Flexibilität ist bei nicht eindeutigen Daten nicht gewährleistet und die geringe Interpretationsfähigkeit bei Änderungen in der zu bedienenden Software stellt auch ein Problem dar.

Zusammenfassend lässt sich demzufolge sagen, dass die Anwendung von Robotic Process Automation im Finanzbereich einige Vorteile mit sich bringen kann. Hier geht es nicht nur um Kosteneinsparungen, die sich lohnen können, sondern auch und vor allem um die Qualitätsverbesserung, da Fehler reduziert werden. Dennoch steckt, neben dem Finanzbereich, in jeder Abteilung ein gewisses Automatisierungspotenzial. Die virtuellen Mitarbeitenden verhelfen der menschlichen Belegschaft somit wieder zu mehr Kreativität und Innovationsfreude. Mit Blick in die Zukunft bleibt festzuhalten, dass durch die sogenannten Software-Bots eine Menge an Neuerungen einhergehen werden, die größtenteils zu positiven Aspekten führen, weshalb die Automatisierung im F&C-Bereich mittelfristig nicht mehr wegzudenken ist.

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Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – auch in der Produktion. Entscheidender Erfolgsfaktor in solchen Projekten ist neben der Vernetzung auch die strukturierte Verarbeitung der Daten. Innovative Technologien wie KI erfordern dabei allerdings auch moderne Methoden in der Entwicklung und Implementierung.

Am 25.05.2021 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart und der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg ausführlich besprochen.

In Bezug zu dieser ERFA-Veranstaltung wurde, vor den externen Fachbeiträgen, ein Stimmungsbild zum genannten Schwerpunktthema aus dem Teilnehmerkreis erzeugt. An dieser Live-Umfrage gaben zwei Drittel aller Befragten an, dass der Einsatz von KI-Lösungen in Planung bzw. in der Entwicklung und im konkreten Einsatz ist. Die restlichen Teilnehmenden stuften das Thema als relevant ein, aber haben bislang keine konkreten Planungen diesbezüglich in der Mache.

Die Veranstaltung bot zunächst einen grundlegenden Einstieg in das Thema der selbst lernenden Systeme, was häufig als „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet wird. Welche Voraussetzungen gerade in der Produktion nötig sind und wie diese geschaffen werden, wurde anhand eines Praxisbeispiels der EMAG GmbH illustriert. Somit wurde den Teilnehmenden ein erfolgreicher Weg aufgezeigt, hin zu digitalen Mehrwertdiensten für Kunden. Abschließend wurden Einblicke in erfolgreich umgesetzte Projekte bei EMAG-Kunden anschaulich aufbereitet.

Insgesamt war es mit über 40 Teilnehmenden eine gelungene Veranstaltung, in der theoretische Kenntnisse und Grundlagen mit konkreten Anwendungsfällen näher beschrieben wurden. Den Teilnehmern bot sich während der gesamten Veranstaltung die Möglichkeit direkt mit den drei Referenten in einen Austausch zu gehen und so wertvolle Erfahrungen und Anregungen für eigene Projekte zu sammeln und zu erörtern.

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OPC UA spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Industrie 4.0: Diese verlangt nach einheitlichen Standards für die hersteller- und hierarchieübergreifende Vernetzung von Komponenten, Maschinen, Anlagen und Steuerungen verschiedener Hersteller. Um diese Maschine-zu-Maschine-Kommunikation zu vereinheitlichen, sieht der VDMA durch seine Mitglieder den einheitlichen Kommunikationsstandard OPC UA als Vorzugsstandard. Die in OPC UA zu standardisierenden technischen Eigenschaften der Produkte sind konkrete Geräte- und Fähigkeitsinformationen. Diese werden durch objektorientierte Informationsmodelle in technischen Spezifikationen, den OPC UA Companion Specifications, beschrieben.

Am 02. Juni 2021 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung des VDMA Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart und ProduktionNRW ausführlich besprochen. Im Rahmen dieses Web-Erfas wurde zu Beginn eine Bestandsaufnahme der Teilnehmer zum genannten Schwerpunktthema eingeholt. An diesem Live-Stimmungsbild gaben ca. 2/3 aller Befragten an, dass sie sich bezüglich des Wissenstandes rund um OPC UA als „fortgeschritten“ einstufen würden. Das restliche Drittel untergliedert sich in Anfängerinnen/Anfänger sowie Expertinnen und Experten. In einer weiteren Frage ordneten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Relevanz von OPC UA zu 70 Prozent als relevant bis sehr relevant ein. Des Weiteren ist bei fast 80 Prozent der teilnehmenden Unternehmen eine Schnittstellenimplementierung bereits erfolgt oder geplant.

Um die Teilnehmenden dennoch auf ein Level bezüglich Basiswissen zu bringen, gab Johannes Olbort, VDMA Forum Industrie 4.0 ein Einführungsvortrag zur Technologie OPC UA, der unter anderem die Herkunft des Begriffes, die Funktionsweise und ein Fazit beinhaltete. Abgerundet wurde dies von Heiko Herden, der die Aktivitäten zu OPC UA seitens des VDMA erläuterte. Dabei standen die Standardisierung in den rund 35 branchenspezifischen Arbeitskreisen und die branchenübergreifende Harmonisierung in „OPC UA for Machinery“ im Fokus.

Um mehr Einblicke in einzelne Unternehmen und die konkrete Umsetzung von OPC UA zu bekommen, wurde die ganze Thematik mit den beiden Praxisbeispielen aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen abgerundet. Durch Vorträge von Dr. Kai Kerber, Oskar Frech sowie Richard Habering, Igus, zeigte sich, welchen Nutzen und Mehrwert eine OPC UA-Schnittstellenimplementierung mit sich bringen kann. Insbesondere eine künftige Kostenersparnis wurde dabei stets hervorgehoben und mit den praktischen Darstellungen untermauert.

Als Ausblick in die Zukunft zeichnet sich das Bild ab, dass die Aktivitäten rund um OPC UA noch weiter zunehmen werden. Die bessere Zugänglichkeit von Daten kann vom Shop-Floor bis in die Cloud genutzt werden und ermöglicht neben einer Kostenreduktion auch neue Geschäftsmodelle. Dies dient als Treiber, genauso wie das das Zielbild Plug & Produce, auf das mit der Weltsprache der Produktion hingearbeitet wird.

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