Marketing vs. Realität zur Datenanalyse am Beispiel (Sonder-)Maschinenbau

Kunde: »Ich hätte gerne drei Pfund Energieprognosen und etwas von der Kundenanalyse dabei.«

Anbieter: »Sehr gerne, darf es sonst noch etwas sein?«

Kunde: »Zudem noch ein Sechserpack hochqualitative Daten. Können Sie die bitte auf mein Unternehmen zuschneiden?«

So oder ähnlich mag es sich anfühlen, wenn man dem Medienwirbel um künstliche Intelligenz (KI) als Kernelement der aktuellen Digitalisierungsbewegung folgt. Ein vergleichbares Bild zeigt sich ebenfalls, wenn man die Angebote vieler Unternehmen betrachtet – beispielsweise auf Messebannern, Werbetafeln oder sogar in Leistungsangeboten. Wenn es also »KI von der Stange« gibt, wieso löst sie dann noch nicht fast alle unserer Probleme und wieso gibt es immer noch viele Unternehmen, die noch keine umfangreichen Einsatzgebiete erschlossen haben?

Was kann KI heute?
Schon im vergangenen Jahrhundert wurde durch Filme wie »Star Wars« und »Terminator« ein Bild von künstlicher Intelligenz geprägt, was menschenähnliche Fähigkeiten beinhaltet: Wahrnehmen und Verstehen der Umgebung sowie rationales und teilweise sogar emotionales Reagieren und Interagieren. Diese Art der KI wird auch als »Starke KI« bezeichnet. Was damals klar als Science-Fiction erkennbar war, verschwimmt in der öffentlichen Darstellung heute teilweise mit Anwendungen und Leistungsangeboten von Unternehmen. Tatsächlich sind heutige KI-Anwendungen aber nur in der Lage, sehr spezifische Probleme wie Unterscheiden, Gruppieren, Klassifizieren usw. zu lösen, was auch als »Schwache KI« bezeichnet wird. Was einfach klingt kann aber dennoch große Herausforderungen und auch entsprechende Mehrwerte bringen: das Klassifizieren eines Werkstücks als »makellos« oder »Ausschussteil« auf Basis von Bilddaten oder Erschütterungsprofilen einer Maschine bspw. hat das Potential, Kosten zu senken und die Qualität von Chargen zu erhöhen.

Viele Probleme und Verfahren sind schon gut erforscht und es gibt Best Practices dazu. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage: Was steckt in den Daten? Nur weil ein Verfahren für Unternehmen A funktioniert, muss dasselbe Verfahren noch nicht für Unternehmen B funktionieren. Meistens liegt das daran, dass die Daten einfach anders sind oder aber (noch) nicht in hinreichender Qualität und Menge zur Verfügung stehen. Nicht umsonst heißt es, dass bei einem üblichen Datenprojekt mehr als die Hälfte der Aufwände in der Datenerlangung und -aufbereitung liegen.

Daten und deren Analyse in der Fertigung
Betrachtet man die Herausforderungen am zuvor genannten Beispiel der Ausschussteilerkennung, steht zuerst die Frage im Raum, an welchen Daten ein Ausschussteil erkannt werden kann. Wenngleich es hier Best Practices gibt, so unterscheidet sich die Produktion verschiedener Werkstücke erheblich. Was im einen Fall mit Energieverbrauch oder Erschütterung der Maschine gelöst werden kann, braucht in anderen Fällen wohlmöglich viele verschiedene Daten zusammen oder sogar Kameraaufnahmen für Bildauswertungen. Ein Maschinenbauer, der hunderte oder tausende Maschinen desselben Typs bei seinen Kunden hat, kann hier ggf. relativ zügig ein lohnendes Angebot für seinen Maschinentyp erstellen. Dennoch kann sich auch die Verwendung der Maschinen von Kunde zu Kunde unterscheiden. Verschiedene Konfigurationen haben ebenso Auswirkungen auf die Daten wie Umgebungseinflüsse. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind Beispiele für solche Einflüsse, die leicht zu Änderungen in den Daten führen können. Solche Varianzen in den Daten können dann Einflüsse auf den Erfolg der angewendeten KI-Verfahren haben. Die Herausforderungen werden also größer, je größer die Unterschiede im jeweiligen Anwendungsfall werden.

Meistens lohnt es sich, nicht den »großen KI-Anwendungsfall« direkt erreichen zu wollen, sondern mit eben diesem Anwendungsfall vor Augen ein kleinschrittiges Vorgehen zu planen, bei dem Mehrwerte unterwegs mitgenommen werden. Da das Sammeln und Aufbereiten von Daten lange Zeit in Anspruch nehmen kann, ist ein Return of Invest auf dem Weg zur KI-Lösung wichtig. Wird nicht nur ein kleiner Service geplant, sondern eine nachhaltige Datenstrategie angestrebt, so lohnt sich zudem das Aufbauen sauberer, unternehmensweiter Datenbasen, sei es durch gut verwaltete »klassische« Datenbanken, Data Warehouses oder Data Lakes. Das betont nochmal die Wichtigkeit der Mehrwerte unterwegs. Abbildung 1 zeigt verschiedene Stufen der Datenverarbeitung – schon die Auswertung vergangener Daten bringt oft wichtige Erkenntnisse die zur zielgerichteten Weiterentwicklung von Produkten, zur Verbesserung von Prozessen oder Erhöhung der Qualität führen können. Versetzt man sich in die Lage, auf Daten in Echtzeit reagieren zu können, schafft man die Möglichkeit, auf Probleme unverzüglich zu reagieren und Mitarbeiter stark zu entlasten. Oft ist es sinnvoll, solche Potentiale mit »klassischen« Methoden zu erschließen, ehe eine Umsetzung von Lösungen mit KI angestrebt wird.

 

Abbildung 1: Datenverarbeitung in Stufen mit steigender Komplexität und damit Aufwand sowie Nutzen.

 

KI nicht zum Mitnehmen: ein Projekt im Kompetenzzentrum Stuttgart
Das Kompetenzzentrum Stuttgart bestreitet den Weg über die zuvor genannten Stufen der Datenverarbeitung in einem Projekt, gemeinsam mit Partnern aus dem Sondermaschinenbau sowie der Cloud-basierten Datenverwaltung. In diesem Kontext baute die Wichelhaus GmbH & Co. KG Maschinenfabrik eine flexible Industriemaschine auf, welche nicht nur in der Lage ist, umfangreiche Daten zu generieren, sondern auch gezielt Fehlverhalten wie Druckluftverlust zu erzeugen. Somit können KI-Verfahren gezielt darauf trainiert werden, auch mit Fehlverhalten umgehen zu können. Ältere Maschinen können durch Retrofitting ebenfalls Daten erzeugen, hierfür kann bspw. die ConnectBox der Rhein-Nadel Automation GmbH genutzt werden. Um die Daten flexibel aus einer strukturierten Quelle zentral bereitzustellen, bringt die bimanu Cloud Solutions GmbH ein Cloud-basiertes Data Warehouse ein. Das Kompetenzzentrum unterstützt insbesondere zu den Datenkonzepten sowie der Auswahl und Konfiguration von KI-Verfahren.

Mehr Details zum Projekt gibt es im bimanu-Blog bei der Projektvorstellung: Machine Learning Projekt mit dem Fraunhofer IAO im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart!

Baden-Württembergische Multiplikatoren erlebten die erste vollständig digitale Schulung.

Dass auch zweitätige Multiplikatoren- Seminare vollständig digital per Video Konferenzschaltung stattfinden können, bestätigte die Virtuelle Schulung „Prozessmanagement“ vom Schaufenster Prozessdigitalisierung gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart in der vorletzten Juli Woche. Statt der geplanten Präsenzveranstaltung startete die Schulung in digitaler Form- ein Experiment sowohl für die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Baden-Württemberg als auch die Organisatoren.

Zitat Jan Herrmann, Themenfeldleiter Gebäude Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart:

„Wir waren sehr gespannt zu sehen, wie die Berater des Handwerks in BW im Bereich Prozess-Beratung aufgestellt sind und wie wir Handwerker zukünftig noch besser unterstützen können.“

An zwei Tagen vermittelte Alexander Hanatschek vom Schaufenster Prozessdigitalisierung die Grundlagen zur Prozessmodellierung mit BPMN 2.0 (Business Process Model and Notation), wobei er die Thematik mit praktischen Einheiten anschaulich und begreifbar machte.
Am Folgetag lernten die Teilnehmenden wie sich die betrieblichen Strukturen auf die Prozesse des Handwerksbetriebs auswirken und wie jene Prozesse mittels Kennzahlen stichhaltig bewertet, optimiert und neugeplant werden können.

An der sehr regen Beteiligung aller Teilnehmer zeigte sich deutlich, dass trotzt der anspruchsvollen Themen und der neuen virtuellen Form einer Präsenzveranstaltung, einer erfolgreichen Wissensvermittlung nicht im Wege steht.

„Sicherlich sind virtuelle Schulungen für uns alle noch eine Herausforderung, sei es aus Sicht der Teilnehmenden oder der eines Dozenten. Aber alle diese virtuellen Optionen, zu der wir gewisser Maßen gezwungen werden, lassen uns das Thema der Berater-Schulungen in der Handwerksorganisation neu-denken. Daher war ich froh in diesen zwei Tagen bei allen Kollegen auf Interesse am Thema Prozessmanagement und auf eine große Offenheit für diese neue Form der Qualifizierung zu stoßen.“ (Alexander Hanatschek)

Ob dieser erfolgreichen Schulung, bleibt die Hoffnung bei Dozenten und Teilnehmenden bestehen, dass es in naher Zukunft auch wieder vermehrt zu Präsenz-Schulungen kommen wird, denn diese bieten den Berater*innen mehr Gelegenheiten sich untereinander zu vernetzen und zu den Themen der Schulung auszutauschen.

Einzelne Abteilungen oder ganze Unternehmen stehen immer stärker unter Zugzwang. Um entsprechend konkurrenzfähig zu bleiben, sollte sich kein Unternehmen vor der Digitalisierung verstecken. Bei der Thematik rundum Low Coding geht es um den Ansatz, Programme und Anwendungen anhand von visuellen Elementen und modellbasierten Entwicklungsmethoden zu konzipieren. Das angestrebte Ziel ist es, durch die Reduktion des zu schreibenden Codes, die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen und diese Möglichkeit auch Personen ohne eigene Programmierfähigkeiten zur Verfügung zu stellen.

Am 08.07.2020 wurde dieser beschriebene Themenaspekt in einer Veranstaltung vom VDMA Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart intensiv behandelt. Der Ablauf dieser Online-Veranstaltung war demnach strukturiert in einen Impulsvortrag zum Thema Low Coding, verknüpft mit Anwendungsfällen der Michael Weinig AG und einen Einblick in die Low-Code-Plattform der Simplifier AG.

Im Rahmen dieser Erfahrungsaustauschveranstaltung wurde zu Beginn eine Bestandsaufnahme der Teilnehmer zum genannten Schwerpunktthema initiiert. An der Live-Umfrage gaben ca. 2/3 aller Befragten an, dass sie sich derzeit in der Orientierungsphase befinden. Etwa 1/3 haben schon erste Entwicklungs- und App-Erfahrungen gesammelt und nur vereinzelte befinden sich bereits in der konkreten Umsetzungsphase.

Low Coding noch am Anfang

Dieses Ergebnis zeigte dementsprechend recht früh und deutlich, dass das Thema Low Coding bereits bekannt ist, aber bei vielen noch in den Kinderschuhen steckt. Daher war – wie erwartet – klar, dass es in dieser Veranstaltung darum ging, die Unternehmen vorerst zu informieren und zu sensibilisieren. Um den Teilnehmern das nötige Basiswissen zu vermitteln, wurde vom Fachverband Software und Digitalisierung ein Einführungsvortrag gehalten, der beispielsweise die Herkunft des Begriffes, die Funktionsweise und einen Ausblick beinhaltete.

Um die Thematik für die teilnehmenden Unternehmen dennoch ein Stück weit greifbarer zu machen, wurde die Begrifflichkeit mit dem Praxisbeispiel der Michael Weinig AG veranschaulicht. Dort wird bereits seit 2015 eine digitale Kunden-App angeboten, die es den Endkunden ermöglicht, aktuelle Informationen über die eingesetzten Maschinen zu erhalten. Diese Funktionalität lässt sich außerdem um Monitoring-Funktionen erweitern. Somit wird Transparenz im Fertigungsprozess geschaffen. Dies ermöglicht beispielsweise Schwachstellen zu identifizieren und Prozesse zu optimieren.

Die Kunden-App soll kontinuierlich an die Anforderungen der Kunden angepasst werden und so eine hohe Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit bieten. Dies war bisher mit einem sehr hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. „Wir haben nach einer Technologie gesucht, mit der wir unsere App Suite kontinuierlich anhand von Kundenwünschen weiterentwickeln, und dabei einer klaren Softwarearchitektur folgen können. Diese sollte es ermöglichen, neue Applikationen und Optimierungen von unterschiedlichen Entwicklern schnell und dennoch strukturiert umsetzen zu lassen“, so Jochen Ganz, Leiter der Unternehmenseinheit New Business & Innovation in der Weinig Gruppe.

Durch die Nutzung der Low-Code-Plattform von Simplifier gelang es dem VDMA-Mitglied sich gegenüber anderen Unternehmen einen erheblichen Technologievorteil zu sichern. Das Unternehmen spart dadurch jede Menge Zeit und Geld, da die benötigten Anwendungen aufgrund des Baukastensystems per „Drag and Drop“-Prinzip wesentlich schneller entwickelt werden können und keine externen Dienstleister mehr erforderlich sind. Somit kann sich die Michael Weinig AG vom Wettbewerb abheben, indem sie schnellstmöglich und selbständig neue Funktionen in die App integrieren können.

Zukunftsansatz für IoT-Projekte

Als Ausblick in die Zukunft verspricht der Low Coding Ansatz eine vielversprechende Lösung für IoT-Projekte. Neue Systeme müssen in eine bestehende Infrastruktur eingepflegt und für die neue Umgebung angepasst werden. Mithilfe von Low Coding Plattformen kann dies, ohne externe Experten, agil und individuell erfolgen. Viele Produkte entsprechen nicht exakt den Anforderungen, die ein Unternehmen an sie stellt. Durch den Einsatz von Low Code können sie aber von den eigenen Mitarbeitern direkt vor Ort angepasst werden.

Für weitere Informationen oder bei Fragen wenden Sie sich gerne an unseren Experten Florian Klein.

 

Diese Schulung wird von der Hochschule Pforzheim durchgeführt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Alexander Richter (Alexander.Richter@hs-pforzheim.de) oder Lukas Waidelich (Lukas.Waidelich@hs-pforzheim.de).

Inhaltsübersicht der Schulung


 

Kurzbeschreibung

Auf Basis des Use-PSS Vorgehensmodell bietet dieser Workshop eine strukturierte Vorgehensweise, das bestehende Produktangebot gezielt um (digitale) Serviceleistungen anzureichern. Begleitet von innovativen Methoden finden in insgesamt drei divergenten bzw. konvergenten Phasen eine umfassende Analyse mit anschließender Ideengenerierung und Test statt. Im ersten Schritt betrachtet die Analyse das Werteangebot, (potenzielle) Kunden, das Unternehmen und Wettbewerber. Nachfolgend findet in einer kreativen Phase die Ideengenerierung statt, die methodisch begleitet wird. Abschließend werden die gefunden Ideen getestet und in Zusammenarbeit ein Umsetzungsfahrplans erarbeitet, der eine Priorisierung der Ideen vornimmt und somit den Grundstein für zukünftige Serviceinnovationen im Unternehmen legt.

Nutzen für das Unternehmen

Die Unternehmen generieren durch den dreistufigen Prozess konkrete Ideen, um bestehende Produkte mit Services anreichern zu können. Gleichzeitig befähigt das gelernte Methodenwissen die Mitarbeitenden bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle im Unternehmen.

Ergebnis

Umfassende Analyse des aktuellen Geschäftsmodells, Generierung von innovativen Ideen, deren Test auf Praxistauglichkeit sowie die Priorisierung der Ideen. Entwicklung eines Umsetzungsfahrplans für Servicekomponenten.

Dauer vor Ort

4 Stunden für einen initial Workshop, ca. 8 Stunden für einen umfassenden Workshop

 

 

 

 

 

Autoren: Hochschule Pforzheim

Die Digitalisierung ist Treiber und zugleich Enabler für neue Geschäfts- und Serviceideen. Doch wie kann Ihr Unternehmen davon profitieren? Dieser durchaus herausfordernden Fragestellung widmet sich dieser Beitrag. Die Grundlage zur Analyse, zur Entwicklung und zum Testen von Geschäfts- und Serviceideen können auf verschiedenen Methoden basieren. In diesem Zuge entstehen wiederum neue Fragen:

  • Welche Methoden existieren?
  • Wie können diese konkret unterstützen und einen Mehrwert liefern?
  • Wie werden diese angewandt?
  • Welche sind für eine Analysetätigkeit, welche für die Entwicklung und welche zum Testen geeignet?

Auch hier gibt der Beitrag Aufschluss und beantwortet die Fragen. Die insgesamt 25 recherchierten und aufbereiteten Methodenkarten bieten Ansätze um die bestehenden Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und neue Serviceideen zu etablieren. Zudem liegen konkrete Anwendungshinweise in den Bereichen Analyse, Entwicklung und Test vor. Die Methodenkarten stehen kostenfrei zur Verfügung und unterstützen Ihr Unternehmen auf dem Weg in die digitale Transformation.

Die Methodenkarten sind als Komplettset hier verfügbar.

Interessieren Sie sich in einem ersten Schritt lediglich für die Analyse? Die passenden Methodenkarten finden Sie hier.

Sind Sie einen Schritt weiter und möchten bereits mit der Entwicklung neuer Services oder Geschäftsmodelle beginnen? Dann finden Sie hier das passende Methodenkartenset.

Ihre Idee ist bereits konkretisiert und ausgearbeitet? Dann finden Sie hier die passenden Methodenkarten um Ihre Idee zu testen.

Für Fragen, tiefergehende Informationen und Anwendungshinweise in diesem Bereich stehen Ihnen unsere Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Alexander Richter, Hochschule Pforzheim (Alexander.Richter@hs-pforzheim.de)

Lukas Waidelich, Hochschule Pforzheim (Lukas.Waidelich@hs-pforzheim.de)

 

Sie beschäftigen sich mit digitalen Geschäftsmodellen, Ihnen fehlen aber konkrete Ansatzpunkt? Sie suchen Hilfestellung und Tipps? Dann sind Sie hier genau richtig!

In unseren digitalen Sprechstunden beantworten wir Ihre Fragestellungen rund um digitale Geschäftsmodelle.

Ziel ist es, gemeinsam den aktuellen Status Ihres Unternehmens zu erörtern und Antworten auf die wichtigsten Fragen in puncto digitale Geschäftsmodelle zu finden.

Dieses kostenfreie Angebot richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe.

Alexandra Keller, Lisa Rothfuß and Patrick Weber – Experten des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart stehen Ihnen für ein individuelles Gespräch zur Verfügung.

 

Aktuell sind die nachfolgenden Termine verfügbar:

  • 07.05.2020 von 9:00 bis 9:45 Uhr und 16:00 bis 16:45 Uhr
  • 14.05.2020 von 9:00 bis 9:45 Uhr und 16:00 bis 16:45 Uhr
  • 28.05.2020 von 9:00 bis 9:45 Uhr und 16:00 bis 16:45 Uhr

 

Bitte melden Sie sich mit einer kurzen E-Mail bei uns an. Sollte keiner der Termine bei Ihnen passen, können Sie sich gerne mit einem Terminvorschlag an uns wenden.

Ihre Ansprechpartner:

Alexandra Keller (Alexandra.Keller@steinbeis.de)

Lisa Rothfuß (rothfuss@bwcon.de)

Autoren: Hochschule Pforzheim
Bild: Business photo created by freepik – www.freepik.com

 

In Kooperation mit dem Digital Hub Nordschwarzwald startet das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Stuttgart eine kostenfreie Webinar-Reihe. Dafür konnte mit Prof. Dr. Bernhard Kölmel von der Hochschule Pforzheim ein renommierter Referent gewonnen werden. Geplant sind zwei  interessante Webinare, die den Teilnehmern spannende Einblicke in innovative Technologien und Strategien geben sollen:

Innovative Zukunftstechnologien: Technologietrends und Chancen

Welche Technologien zukünftig eine große Rolle spielen und wie sich Ihr Unternehmen darauf vorbereiten kann

Datum
29.April 2020   17.00 – 18.00 Uhr   Digital

Beschreibung

Big Data, Blockchain und KI sind innovative Technologien, die bestehende Wertschöpfungsketten bereits nachhaltig verändert haben – aber welche Technologien kommen danach? Erfahren Sie, im Rahmen dieses Webinars, welche neuartigen Technologien in den nächsten 5-10 Jahren auf den Markt kommen könnten und wie Sie schon heute Ihr Unternehmen auf diesen Wandel optimal vorbereiten können. Prof. Dr. Bernhard Kölmel vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Stuttgart – Themenfeld Service- und Geschäftsmodellentwicklung freut sich im Rahmen dieses interessanten Webinars neue Einblicke zu ermöglichen und Impulse für ihre tägliche Arbeit zu setzen.

Agenda
17:00 bis 17:45: Vortrag zum Thema innovative Zukunftstechnologien
17:45 bis 18:00: Fragerunde

kostenfreie Anmeldung

 

Wettbewerbsfaktor Personalisierung: Erfolgreiche Differenzierung und Best-Practices

Wie eine erfolgreiche Produkt- und Servicedifferenzierung gelingen kann und wie Ihr Unternehmen heute schon davon profitiert

Datum
04.Mai 2020   17.00 – 18.00 Uhr   Digital

Beschreibung

Preis, Leistung und Qualität sind wichtige Merkmale um sich mit seinen Produkten und Services von Wettbewerbern erfolgreich zu differenzieren. Durch die Globalisierung findet eine zunehmende Homogenisierung dieser Merkmale statt – eine erfolgreiche Differenzierung ist kaum möglich. Der Trend der  Personalisierung von Produkten und Services spielt in diesem Kontext eine essenzielle Rolle. Erfahren Sie, im Rahmen dieses Webinars, wie eine erfolgreiche Produkt- und Servicedifferenzierung gelingen kann und wie Ihr Unternehmen heute schon davon profitiert, um sich auf diesen Wandel optimal vorbereiten können.

Prof. Dr. Bernhard Kölmel vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Stuttgart – Themenfeld Service- und Geschäftsmodellentwicklung freut sich im Rahmen dieses interessanten Webinars neue Einblicke zu ermöglichen und Impulse für ihre tägliche Arbeit zu setzen.

Agenda
17:00 bis 17:45: Vortrag zum Thema Wettbewerbsfaktor Personalisierung
17:45 bis 18:00: Fragerunde

kostenfreie Anmeldung

 

Zum Referenten

Prof. Dr. Bernhard Kölmel lehrt und forscht am Institut für Smart Systems und Services der HS-Pforzheim in den Bereichen Global Process Management, Systems-of-Systems-Engineering, Internet of Things and Services, Disruptive Innovationen und Geschäftsmodelle. Er koordiniert zahlreiche nationale internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich vernetzter Informationssysteme in der Schnittmenge Internet of Services and Things und ist als Gutachter für nationale Ministerien und die Europäische Kommission bzw. das European Institute of Innovation and Technology im Umfeld zukünftiger IKT-Systeme tätig.

 

Autoren: FSTI, Hochschule Pforzheim
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Unternehmen erfahren auf Grund von immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen und zugleich zunehmender Komplexität und Unsicherheit einen steigenden Innovationsdruck. Diesem kann durch die Nutzung von Open Innovation entgegengewirkt werden. Open Innovation ist ein strategisches Konzept, in dem bisher interne Innovationsprozesse der Außenwelt geöffnet werden und somit die Möglichkeit entsteht, diese aktiv einzubinden. Ziel ist es, Innovationen durch die Kombination von internen und externen Kompetenzen effizienter und effektiver hervorzubringen.[1]

Die ev. Landeskirche Baden-Württemberg steht vor einer ähnlichen Herausforderung wie kleine und mittlere Unternehmen. Sie hat die Zielsetzung, ihre vielen Mitglieder in den bisher internen Innovationsprozess einbinden zu können. In einem Projekt mit dem Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) und der Hochschule Pforzheim soll geprüft werden, ob eine generische, jedoch auf die Kirche zugeschnittene Innovationsplattform, dafür eine passende Methode darstellt. Eine Besonderheit dabei ist, dass die Werte der ev. Landeskirche durch einen Kodex in das Projekt miteinfließen sollen. Im übertragenen Sinne haben Unternehmen darauf zu achten, Ihre Unternehmensphilosophie und Unternehmenswerte bei der Nutzung von Open Innovation zu berücksichtigen.

Um eine erste, grundlegende Übersicht über Innovationsplattformen zu bekommen, wurde eine Zusammenstellung von 48 Open Innovation-Plattformen der IHK Hannover analysiert.[2] Während der Analyse kristallisierten sich zwei Erkenntnisse heraus:

      1. 13 der 48 Plattformen sind bereits wieder offline
      2. Aus den übrigen Plattformen konnten vier generische Cluster abgeleitet werden

Da mehr als jede vierte Plattform scheiterte, wurde überlegt, nach Gründen des Scheiterns bei den Betreibern zu fragen. Allerdings gestaltete sich die Kontaktaufnahme mit den abgemeldeten Plattformen als schwierig. Obwohl Gründe des Scheiterns interessante Einblicke für den Erfolg oder Misserfolg von Plattformen aufdecken könnten, wurde dieser Bereich im Rahmen des Projektes an dieser Stelle nicht weiterverfolgt. Die Tatsache, dass das Betreiben einer Plattform jedoch Herausforderungen mit sich bringen kann, fließt in die weitere Vorgehensweise des Projektes mit ein. Die im zweiten Punkt genannten generischen Plattformschwerpunkte konnten wie folgt geclustert werden:

      1. Partnervermittlung/Netzwerk
      2. Management von Innovationsprozessen
      3. Innovationsprozessberatung
      4. Challenge-Plattform

Zu beachten ist, dass es sich hierbei um die Schwerpunkte der Plattformen handelt. Somit ist es möglich, dass eine Plattform ihren Schwerpunkt im Cluster „Partnervermittlung/Netzwerk“ hat, darüber hinaus aber auch beispielsweise die Möglichkeit zur Einstellung und Bearbeitung von Challenges besitzt.

Nur wenige Plattformen sind noch aktiv und fokussieren Challenges

Eine Plattform mit dem Schwerpunkt auf Challenges kommt den Vorstellungen der ev. Landeskirche am nächsten. Der erste Rückschluss für das Projekt ist, dass eine solche Plattform, das am wenigsten verfolgte Kerngeschäftsmodell in den untersuchten Plattformen ist. Diese Tatsache könnte ein Hinweis auf die Herausforderungen des Betreibens einer solchen Plattform sein.

Challenges nehmen eine zentrale Rolle ein

Neben den direkten Erkenntnissen aus der Recherche, wurde auch die zentrale Rollte von Challenges erkannt. In Challenges beschreibt der Auftraggeber sein Innovationsbedürfnis.[3] Damit bilden Challenges die Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer (Crowd) und nehmen somit eine erfolgskritische Rolle ein. Aufgrund dieser Feststellung entstand im Projekt die Idee, erste Challenges auszuformulieren und auf bestehenden Open Innovation Plattformen zu testen. Ziel dieser Tests ist es herauszufinden, ob nach den Vorstellungen und Werten der ev. Landeskirche formulierte Challenges Aufmerksamkeit erhalten und gelöst werden. Explizit soll herausgefunden werden, wie eine erfolgreiche Challenge formuliert ist und ob ideologische Anreize gegen monetäre bestehen können. Des Weiteren verringert sich durch diesen Zwischenschritt das Risiko, erhebliche Ressourcen in den Aufbau einer Plattform zu investieren, ohne zu wissen, ob sich die Plattform behaupten kann. In der Umsetzungsphase des Projektes entwickeln das Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) und die Hochschule Pforzheim Challenge-Vorlagen und betreuen den Umsetzungspartner bei der Challengeformulierung und der anschließenden Umsetzung.

[1] Gassmann u.a. (2006)

[2] https://www.hannover.ihk.de/fileadmin/data/Dokumente/Themen/Innovation/160926_Plattformen_Open_Innovation.pdf

[3] The Southern African Journal of Entrepreneurship and Small Business Management

 

Ansprechpartnerin: Alexandra Keller (Alexandra.Keller@steinbeis.de)

 

Quellen:

Gassmann, Oliver & Enkel, Ellen (2006): Open Innovation. Stuttgart : Schäffer-Poeschel

IHK Hannover (2016): Open Innovation – Auswahl webbasierter Plattformen.  Verfügbar unter https://www.hannover.ihk.de/fileadmin/data/Dokumente/Themen/Innovation/160926_Plattformen_Open_Innovation.pdf

The Southern African Journal of Entrepreneurship and Small Business ManagementVolume 8 Number 1, Jan 2016, p. 1 – 9

Autor: FSTI, bwcon
Bildquelle:  Background photo created by natanaelginting – www.freepik.com

 

Neue Wertschöpfung im digitalen Zeitalter – hierfür bieten sich unterschiedlichste Ansätze und Möglichkeiten. Das Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) widmet sich speziell der Bildung von Wertschöpfungsnetzwerken. In einer Videoreihe erklärt Prof. Dr. Heiner Lasi, Leiter des FSTI was ein Wertschöpfungsnetzwerk auszeichnet, wie es sich gestalten lässt und warum insbesondere KMU von dieser Art der Wertschöpfung profitieren können. Hierbei greift er unsere Aktivitäten im Rahmen des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums auf.

Video 1: Was versteht man unter Wertschöpfungsnetzwerken?

 

Video 2: Wie lässt sich ein Wertschöpfungsnetzwerk gestalten?

 

Video 3: Warum sind Wertschöpfungsnetzwerke für KMU relevant?

 

Bildquelle: Eigene Darstellung

Autor: HS PF/ IOS3

Wie bereits im Blogbeitrag Neue Expertise aus dem Forschungsprojekt Use-PSS für die zweite Förderphase erwähnt, wird die Arbeit aus Use-PSS im Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Stuttgart weitergeführt. Doch wie verläuft der Use-PSS-Prozess in der Praxis und welche konkreten Mehrwerte können daraus generiert werden? Damit beschäftigt sich dieser Blogbeitrag.

Herausforderungen für KMU

Branchenübergreifend stehen produzierende Unternehmen vor der Herausforderung, auf den Wandel der Kundenbedürfnisse weg vom Kauf eines reinen Sachprodukts hin zu einer nutzerzentrierten Gesamtlösung als Kombination aus Produkt und Service zu reagieren. Kontinuierliche Produktverbesserungen und hohe Qualität können langfristig alleine nicht mehr die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Eine Anreicherung der Produkte mit intelligenten Dienstleistungen zur Einbettung in die Prozesse des Anwenders kann hingegen zu einem Alleinstellungsmerkmal führen. Der Use-PSS-Vorgehensrahmen versetzt KMU u.a. mit produzierendem Gewerbe in die Lage, die Abwanderung von Wertschöpfung an den Dienstleistungssektor zu reduzieren und sich im globalen Wettbewerb zu differenzieren.

Das Use-PSS Vorgehensmodell

Um die beschriebenen Herausforderungen von den KMU zu adressieren wurde ein mehrphasiges Vorgehensmodell entwickelt, das anhand von praktischen Beispielen veranschaulicht werden soll:

Vorgehensmodell zu digitalen Produkt-Service-Systemen (DPSS) (Richter, A.; Kölmel, B.; Schoblik, J.; Bulander, R.; Waidelich, L. (2016))

  1. Sense DPSS

Die erste Phase des Use-PSS Vorgehensmodells trägt den Titel „Sense-DPSS“ und hat das Ziel ein Bewusstsein für die Relevanz und Notwendigkeit der PSS-Thematik zu schaffen, sowie Informationen zum Anwendungsfeld zu bieten. Sie beinhaltet somit Vorträge und Informationsstände bei Infoveranstaltungen und Kongressen. Einen weiteren Kommunikationskanal stellen Onlineinformationen dar, die von Interessierten im Nachgang an eine Veranstaltung zur Vertiefung der Thematik abgerufen werden können. Ebenso ist ein veranstaltungsunabhängiger Zugriff jederzeit möglich. Der Informationsgehalt der Webseite als auch den Präsenzauftritten dient der Verbreitung von Informationen, der Vorstellung realisierter Use-Cases und der Präsentation von Best-Practices aus dem Umfeld der PSS. Die primäre Zielgruppe von Aktivitäten der ersten Phase sind Entscheidungsträger aus KMU. Diese Personengruppe ist besonders interessant, da eine PSS-Umsetzung stets mit der größtmöglichen Unterstützung seitens der Geschäftsführung einhergehen sollte.

Prof Dr. Bernhard Kölmel bei einem Sensibilisierungsvortrag im Rahmen des High-Tech-Summits(Quelle: Uli Regenscheit, 2018)

  1. Ideate DPSS

Sobald im Unternehmen ausreichend Bewusstsein für die Relevanz von PSS geschaffen worden ist, zielt die „Ideate-DPSS“ Phase darauf ab Methoden und Tools zur Entwicklung von PSS ins Unternehmen zu vermitteln und dort zu implementieren. Zielgruppe für die in dieser Phase durchgeführten Methodenschulungen sind die tatsächlichen Anwender des Use-PSS Methodensets. Bezogen auf die späteren Teile der „Create-PSS“ Phase, werden zunächst die Methoden zur Analyse der Ist-Situation, der Entwicklung neuer PSS Ideen, sowie von Methoden zum einfachen Testen von neunen Ideen vermittelt. In einem zweiten Methodenblock werden Methoden und Tools der Datenerhebung und Verwertung adressiert und den Teilnehmern die Relevanz von Datennutzung im Rahmen der Umsetzung von DPSS nähergebracht. Zudem werden Methoden der Visualisierung eigener Workshops vermittelt, da die anschauliche Aufbereitung erarbeiteter Inhalte die Weiterverwertung dieser deutlich erhöht. Als letzten Punkt des zweiten Schulungsblocks sind Methoden der Trend und Technologieforschung zu nennen, welche es Unternehmen mit einem überschaubaren Aufwand erlauben, relevante Marktveränderungen und eventuelle zukünftige Entwicklungen zu verfolgen.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter Alexander Richter und Lukas Waidelich (von rechts nach links) unterstützen Teilnehmer im Rahmen eines Ideate DPSS Workshops (Quelle: Innonet, 2018)

  1. Create DPSS

Bevor die dritte „Create-DPSS“ Phase startet, ist durch das KMU ein Workshopziel zu definieren. Im Projekt wurde dieses als EFS festgehalten, was für Eingangsfragestellung steht. Die Festlegung auf eine EFS bietet den Vorteil, dass von vorneherein bestimmt werden kann, wie detailliert die Ergebnisse der Workshops aussehen werden. Ebenso müssen sich Teilnehmer und Vorgesetzte vor einem „Create-Workshop“ konkret mit den eigenen Vorstellungen und erwünschten Ergebnissen des Workshops beschäftigen.

Die „Create-DPSS“ Phase teilt sich in die Unterphasen Analyse, Entwicklung und Test.

Die Analyse betrachtet den Ist-Zustand des Unternehmens, seiner Produkte, die Kunden, die aktuelle Marktlage als auch externe Effekte, welche das Unternehmen und sein Angebot beeinflussen. Jedem dieser Punkte liegen Methoden zugrunde, welche in einer bestimmten Reihenfolge durchlaufen und abgearbeitet werden. Nach dem Abschluss des Analyseworkshops wird ein standarisiertes Analyse-Cockpit auf Grundlage der erarbeiten Informationen befüllt und als Zusammenfassung an die Teilnehmer sowie interessierte Stakeholder im Unternehmen verteilt. Diese Zusammenfassung dient im nächsten Schritt als Bezugspunkt und Diskussionsgrundlage während der Entwicklung neuer PSS Ansätze.

Exemplarische Darstellung eines Use-PSS Analyse-Cockpits (2017)

Die Entwicklungsphase teilt sich in drei Bereiche. Zuerst werden Ideen generiert und gesammelt, anschließend werden einzelne Ideen ausgewählt, detaillierter ausgearbeitet und anschließend in einer Ideen-Galerie präsentiert. Als letzter Punkt der Entwicklung erfolgt die Bewertung der entwickelten Ideen durch Workshop-Teilnehmer und Entscheidungsträger.

Darstellung einer Idee als Basis für die Ideenbewertung (2017)

Die ausgewählten Ideen werden anschließend in die Testphase überführt und dort ersten Tests unterzogen. Die erarbeitete Idee wird der Nutzergruppe anhand eines Value-Proposition-Canvas gegenübergestellt. Diese Methode ermöglicht bereits vor der Entwicklung des eigentlichen DPSS ein erster Test, ob die Leistung von der Zielgruppe als interessant wahrgenommen wird. Der Value-Proposition-Canvas wird nachfolgend zum Business Model Canvas weiterentwickelt, dort kann die Geschäftsidee vollumfänglich getestet werden.

Erstellung eines Business Model Canvas (2017)

  1. Use DPSS

Durch die Überführung der PSS-Idee in ein konkretes Entwicklungsprojekt beginnt die vierte Phase des Use-PSS Vorgehensmodells, welche den Titel „Use-DPSS“ trägt und auf die Entwicklung, Umsetzung und Nutzung eines PSS abzielt. Mit der Übergabe der getesteten Idee in ein Entwicklungsprojekt greift an dieser Stelle der unternehmenseigene Produktentstehungsprozess. Auch hier wird seitens des Forschungsprojektes auf agile Projektmanagement-Methoden (wie z. B. SCRUM) und eine mögliche Unterstützung durch das Use-PSS Team verwiesen. Ebenso wird bei der integrierten Dienstleistungsentwicklung Hilfestellung bei der Entwicklung von Dienstleistungen angeboten werden, da deren Entwicklung und Modellierung für Unternehmen Neuland bedeuten kann. Ziel des Entwicklungsprojektes ist die Herstellung eines Minimal funktionsfähigen Produktes (MFP) welches bereits ersten Kunden angeboten werden kann. Ziel des MFP ist es zum einen, den Zeitraum von der Ideenentwicklung bis zur Markteinführung möglichst kurz zu gestalten und zum anderen mit Hilfe des MFP möglichst schnell Kundenfeedback zum PSS zu sammeln und in kurzen Iterationsschleifen das Produkt schnell zu verbessern und zu perfektionieren.

Als weitere Option der „Use-DPSS“ Phase besteht stets die Möglichkeit auf Grundlage von Nutzungsdaten, Erfahrungen und Kundenfeedback einen Bedarf bzw. eine neue Eingangsfragestellung für die „Create-PSS“ Phase zu beschreiben und einen neuen Ablauf für die Generierung neuer PSS und Geschäftsmodellideen anzustoßen.

Wie laufen die Use-PSS Workshops ab?

In der Regel erfolgen die Methodenworkshops der zweiten Phase im Rahmen eines halb- oder ganztags Workshop. Für den Analyse-Workshop sollten 1 bis 1,5 Tage angesetzt werden. Die Entwicklungs- und Test-Workshops benötigen zwischen 2 und 3 Tagen, je nach Detailierungsgrad und Umfang der Leistung.

Die Ergebnisse und die Dauer Workshops sind stark abhängig von den involvierten Personen, vom Untersuchungsgegenstand (Produkte und Services) und von der Eingangsfragestellung.

Was sind die Mehrwerte für KMU?

Umfassende Analyse des Status Quo (Leistungen, Kunden, Technologien, Unternehmen) von außen. Erlernen von neuen Methodensets und Fähigkeiten im Kontext von digitalen Geschäftsmodellen bzw. DPSS. Unterstützter Ideengenerierungs- und Auswahlprozess und somit Hilfe beim Produktentstehungsprozess in einer sehr frühen Phase zur erfolgreichen Innovierung des Geschäftsmodells. Unterstützung bei der Umsetzung bzw. Realisierung des DPSS.

Fazit

Das vierstufige Use-PSS-Vorgehensmodell unterstützt KMU bei ihrem Weg in ihre digitale Zukunft optimal, unabhängig davon in welcher Ausgangslage sich das KMU befindet.

Ist der Bedarf bzw. das Potential an Innovationen zum Thema DPSS noch nicht erkannt oder für wichtig erachtet worden, unterstützen verschiedene Informationsmaßnahmen wie Vorträge auf Veranstaltungen, Info-Stände oder online verfügbare Dokumente KMU.

Mittelständler, die im Bereich DPSS Maßnahmen umsetzen wollen, aber nicht über das benötigte Wissen und Methodenset verfügen, werden in der zweiten Phase „Ideate DPSS“ durch zielgruppengerechte Workshops unterstützt. Dabei werden in zwei Blöcken DPSS-Methoden (Analyse, Entwicklung und Test) und allgemeine Methoden (Datenverarbeitung, Visualisierung und Trend/Technologieforschung) gelehrt.

Verfügen die KMU über ein breites Methodenset zu DPSS, bspw. durch die vorangegangen Methoden-Workshops und möchten ein DPSS etablieren, so unterstützt das Use-PSS Team bei der Analyse, Ideengenerierung und beim Testen des DPSS. Dabei fungiert das Use-PSS-Team als Moderator und Unterstützer für die KMU.

Beim Aufsetzten eines DPSS-Entwicklungsvorgang kann zudem ebenfalls mit Expertise unterstützt werden.

Dieses Vorgehensmodell wird aktuell an die Gegebenheiten im Transferprojekt Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Stuttgart angepasst und soll dort zum Einsatz kommen.